Alles im (am) Lack? Von Verschmutzung Abnutzung und Verwitterungen

Der Pay Hauler 350…

…ein Muldenkipperfahrzeug, das für den Abraum in Steinbrüchen unter anderem auch für die Erzgewinnung eingesetzt wird. Diese Fahrzeuge sind von der Dimension und Zuladung, 70 t und mehr, sehr groß bemessen, da hier der Zeit und Geld-Faktor, beim Einsatz solcher Fahrzeuge eine Große Rolle spielt. Das Modell des Pay Haulers ist 1974 bei ERTL im Maßstab 1:25 im Handel erschienen und heute eine absolute Rarität unter den Modellbausätzen. Für die damalige Zeit ist dieser Bausatz dann auch sehr hoch detailliert und die Teile sind für die damalige Zeit alle sehr gut ausgearbeitet. Folgt man der beiliegenden Bauanleitung, hat man am Ende ein sehr imposantes Baufahrzeug vor sich stehen. Leider ist auch hier das Interesse an solchen Bausätzen so weit zurück gegangen, daß sich seitdem kein Hersteller mehr an diese Modellbau-Thematik herangewagt hat. Dennoch ist es für Technik und Baufahrzeuge-Liebhaber durchaus erstrebenswert, solch einen Bausatz zu bauen, vorrausgesetzt das man diesen dann noch irgendwo erhält. Dank des Internets ist es heute glücklicherweise ja immer mal wieder möglich. Trotz der sehr schlechten Verfügbarkeit dieses Bausatzes, möchte ich an diesem Beispiel hier einige Arbeitstechniken zeigen, die das Fahrzeug zu dem machen, wofür es eigentlich gebaut wurde nämlich den Transport von Erdaushub jeglicher Art und die damit verbundenen Gebrauchs und Abnutzungs- Spuren. Aufgeteil ist das ganze in Folgenden Themen.

 

  • Reifen verschmutzen und gebraucht aussehen lassen.
  • Oberflächen-Schmutz (Ölwashing) anbringen.
  • Rost Darstellung.
  • blankes, abgeriebenes Metall.

Um Reifen verschmutzt…

…und gebraucht aussehen zu lassen, sollte man sich vorher verschiedene Fahrzeugreifen genauer ansehen. Hier wird man feststellen das diese doch erheblich Verschmutzt sind. Die Lauffläche ist rau, die Flanken zeugen von dem ein oder anderen Bordsteinkontakt und Regen und Straßenschmutz haben sich im Profil auch abgelagert. Erst recht die vielen Nutz- und auch das ein oder andere Baufahrzeug die man unterwegs oder aber auf Bausstellen sehen kann. Hier soll gezeigt werden, wie man mit recht einfachen Mitteln eine Verschmutzungs-Technik an Gummi und Hart-Gummi-Reifen nachempfinden kann.

Die Materialien:

  • Handelsüblicher Brennspiritus
  • Künstler-Kreide „Umbra gebrannt“ in Pulverform

Die Werkzeuge:

  • weichen Pinsel Größe 4
  • Einweg-Handschuhe
  • leere Fotodose
  • weiches nicht fusselndes Tuch

Um einen gleichmäßigen Auftrag zu gewährleisten hat sich hier handelsüblicher Brennspiritus bewährt, in dem man dann Künstlerkreide (Umbra gebrannt) einrührt.  Wasser, habe ich die Erfahrung gemacht, ist  für diese Arbeitstechnik ungeeignet, da dieses wieder von der Kunststoff-Oberfläche abperlt. Hier verhält sich der Brennspiritus ganz anders und benetzt die Oberfläche mit den darin gelösten

Künstlerkreidepartikeln gleichmäßig. Auch macht man sich hier den Vorteil der zügigen Verflüchtigung des Brennspiritus zunutze. Hier kann man fast ohne Zeitverzögerung zügig weiterarbeiten. Die vorher in dem Spiritus eingerührte Künstler-Kreide bleibt dann auf der Reifenoberfläche haften. Zum anmischen habe ich leere Foto-Dosen genommen, die sich hier für sehr gut eignen und immer wieder verwendet werden können. Das nun so erhaltene Gemisch wird dann Mittels eines breiten Pinsels satt aufgetragen Der nächste und letzte Schritt besteht darin, nun die zurückgebliebene Künstlerkreide bzw. den Überschuss wieder abzutragen bzw. zu verteilen, um so einen realistischen Verschmutzungs- Grad zu erhalten. Die nun angetrocknete Künstlerkreide kann hier mit einem Tuch verrieben werden . Dazu nimmt man ein weiches nicht fusselndes Tuch, tupft die Spitze etwas in Spiritus ein und wischt dann über die Flanken und Lauffläche des Reifens . Dies kann man behutsam machen, wenn man nur wenig abtragen möchte, um einen relativ stark verschmutzen Reifen zu erhalten. Um einen leicht verschmutzten Reifen zu erhalten, muss man den Reifen dann stärker bzw. öfters mit den Tuch abreiben. Auch kann man immer wieder, wenn man das Gefühl hat zu wenig aufgetragen zu haben, die vorher beschriebene Prozedur beliebig oft wiederholen.

 

Auch auf Reifen die man schwarz-matt lackiert hat, weil diese vielleicht aus zwei Hälften bestanden haben, oder andere Reifen deren Oberfläche einem nicht gefallen haben und nachlackiert wurden, kann man diese Spiritus-Wisch Methode anwenden.

 

Oberflächen Schmutz…

…oder auch washing genannt, nennt man diese Technik bei der man den Oberflächen Schmutz bei stark verschmutzten Fahrzeugen und Rahmenteilen anbringt. Hier bediene ich mich einer Wisch-Technik.

Die Materialien:

  • „Schminke“ Ölfarbe „Umbra Gebrannt“

Die Werkzeuge:

  • Pinsel Größe 4
  • Einweg Handschuhe
  • weiches nicht fusselndes Tuch

Hier wurde nun mit  einem Pinsel Künstler-Ölfarben „Umbra Gebrannt“ von Schminke, vollflächig und unverdünnt in jede Ecke und Ritze aufgetragen. Vor dem Auftrag der Ölfarbe sollte aber an einem Test-Teil geprüft werden, ob der aufgetragene Lack nicht mir der Ölfarbe reagiert und sich anlöst. Bei Nitro-Lacken ist das kein Problem, aber bei Lacke auf Terpentinbasis funktioniert diese Technik nicht oder aber man „Sperrt“ die Oberfläche mit einem Klarlack ab mit dem die Ölfarbe nicht reagiert. Ist die Ölfarbe nun überall aufgetragen worden, kann nun danach direkt mit dem abwischen des Überschusses begonnen werden, Hier verwende ich ein weiches nicht fusselndes Tuch, so das beim abwischen eben nur in den Ecken und Ritzen und Vertiefungen die Ölfarbe verbleibt. Dies wiederholt man dann an jeder Stelle wo die Ölfarbe aufgetragen wurde so oft, bis sich das gewünschte Ergebnis einstellt.  Eile ist hier auch nicht geboten, da die Ölfarbe sehr lange braucht bis diese dann ausgetrocknet ist. Ist man dann mit dem Ergebnis zufrieden, sollte man das ganze dann für einige Tage gut trocknen lassen. Aber auch nach dem antrocknen kann hier immer noch zu viel aufgetragene Ölfarbe nachträglich mit einem in Terpentin getränkten Lappen abgetragen werden.

Die Rost Darstellung…

… an Fahrzeugen sollte man vorher auch an den Originalen studieren damit es am Modell dann auch  realistisch aussieht. Aber auch Auspuffrohre und Auspuffkrümmer, lassen sich hier mit der nachfolgend beschriebenen Technik sehr eindrucksvoll nachempfinden. Es gibt hier auch zwei Methoden, Rost realistisch darzustellen. Einmal der mühsame Weg mit Modellfarbe („Rost“) und Künstlerkreide-Schwarz und einen Rostfarbton, den ich hier beschreiben möchte, und dann ein Emulsion aus zwei Komponenten wobei die eine die Eisengrundierung ist und die andere das Oxydations-Mittel. Das ganze ist vom Hersteller „Modern Options“. Die Verarbeitung der „Modern Options“ Rost-Mittel ist recht einfach und beschränkt sich auf das Auftragen der Eisen-Grundierung die man Trocknen lässt.  Nach dem trocknen der Eisengrundierung, trägt man mit einem Pinsel das Oxydations- Mittel auf und wartet die Reaktion ab. Nach kurzer Zeit kann man schon erkennen wie hier der „Rostfraß“ vorantreibt. Ein Nachteil hat das ganze aber auch. Sehr kleine Details wie z.b. Schekel oder Griffe usw. lassen sich nur sehr schwer mit diesem Mittel bearbeiten. Dieses Mittel eignet sich aber sehr gut für größere Flächen. Die Zweite und etwas aufwendigere Methode ist eben mit Modell-Lack und dem Farbton „Rost“ von Revell oder Testor, Künstlerkreide in Schwarz und Rost-Rot. Hier kann man dann aber auch sehr schön kleinerer Details rostig hervorheben.

Die Materialien:

  • Testor Oder Revell Rostfarbe  (Testor Nr.1785     Revell Nr.)
  • Künstlerkreide Rostrot
  • Künstlerkreide Schwarz

Die Werkzeuge:

  • Pinsel Größe 4
  • Einweg-Handschuhe

Zunächst trägt man mit einem Pinsel den Rost-Farbton auf. In die noch nasse Farbe tupft man dann abwechselnd von der Künstlerkreide Ros- Rot und Schwarz auf die gerade aufgetragene Rostfarbe. Dies wird dann so oft wiederholt, das eine raue, unebene und matte Oberfläche entsteht. Hier muss man sich nun an das realistische Aussehen von Rost herantasten. Mit etwas Übung wird dies dann aber schon bald klappen.

Blankes, abgeriebenes Metall…

…ist oft an Baustellenfahrzeugen zu sehen. Hier dann in den Mulden der LKW`s die den Schutt und Erdaushub an Baustellen transportieren oder aber an  den Schaufeln oder Fahrwerks-Ketten und Radbagger zu beobachten. Um diesen Effekt herzustellen bedarf es etwas Übung mit dem Umgang einer Airbrush. Hier nun erst mal die Materialien und Werkzeuge die benötigt werden

Die Materialien:

  • Rost-Farbe (Testor Nr. 1785 oder Revell Nr.  )
  • Stahlblau Testor Nr.1405
  • Handelsübliches Grafit

Die Werkzeuge:

  • Airbrush
  • Stahlwolle Nr.0

Hier beginnt man nun erst die Rostfarbe mit der Airbrush aufzutragen und austrocknen zu lassen. Ist dies geschehen und gut durchgetrocknet (mindestens 1 Tag), trägt man nun , ebenfalls mit der Airbrush das „Stahlblau“ von Testor auf und lässt die Farbe auch hier erst mal gut durchtrocknen (ebenfalls mindestens 1 Tag).  Nun kann man eine weiße Grundierung andeuten, in dem man ohne abzukleben eben diesen Farbauftrag zum „Stahlblau“ vernebeln lässt. Auch hier, nach gutem durchtrocknen wird nun die eigentliche Farbe aufgetragen. In diesem Beispiel ist es „Lufthansa Gelb“ Nr. 310 von Revell.

Nun kann mit der Stahlwolle Nr. 0 hier und da das „Stahlblau“ vorsichtig weggerieben werden, so das die Rostfarbe darunter zum Vorschein kommt. Dies kann man in unregelmäßigen Abständen auf der ganzen Fläche verteilt vornehmen. Als nächstes kommt nun das Graphit zum Einsatz. Hier träufelt man ein wenig auf die Fläche und verteilt es dann mit dem Zeigefinger auf der Fläche gleichmäßig. Weiter geht es dann mit einem Ölwashing das man auf die Fahrzeugfarbe aufträgt und mit einem weichen Tuch dann wieder Vorsichtig  verteilt und den Überschuss abträgt. Dieser Arbeitsgang erfordert schon etwas Geduld, da man hier über einige Tage erst mal die Lackaufträge vornehmen muss, die dann auch noch trocknen müssen. Aber das Ergebnis ist dann die Mühe wert, wie man am fertigen Modell erkennen kann.

 

Fazit…

…des ganzen hier, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber mit etwas Handwerklichen Geschick, das jeder Modellbauer mit bringen sollte, ist es möglich mit relativ einfachen und gar nicht so großen Technischen Mitteln und Aufwand, an einem Modell sehr eindruckvolle Abnutzung und Verschmutzungs- Effekte anbringen kann.

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