Michigan L 190 Radlader M 1:24 von KFS (Kit Form Services) England

Radlader gibt es viele. Sie alle sind verwand mit den Raupenschleppern und hinsichtlich ihres Einsatzgebietes gibt es eine beträchtliche Vielfalt dieser Baufahrzeuge. Der übliche Radlader besitzt 4 meist bullige und luftbereifte, oder aus Vollgummi bereifte Räder, oben eine Führerhauskabine und vorne eine riesige Hydraulikschaufel. Als Gegengewicht zur Schaufel dient der hinter der Hinterachse eingebaute Motor. Der Radlader an sich ist ein Mittelding zwischen Bagger und Planierraupe. Er ist in der Lage große Mengen Erde und Geröll vor sich her zu schieben und sie auch gleich auf einen Muldenkipper zu verladen. In der Anfangszeit waren dieses Maschinen auch als Schaufellader oder Fahrlader bekannt. Der Bau eines derartigen Gerätes geht bis in das Jahr 1939 zurück. Auf diesem Baumaschinen Markt Tummeln sich so Namhafte Hersteller wie Caterpillar, Atlas, Liebherr und Volvo um nur die bekanntesten zu nennen. Der hier gezeigte bzw. das hier beschriebene Modell gibt den Michigan L 190 wieder und gehört heute zur Volvo Gruppe.  Der Michigan L 190 ist mit einer der mittelschweren Baufahrzeuge auf seinem Gebiet. So hat dieser hier gezeigte im Original eine Nutzlast von knapp über 27 Tonnen, einen Schaufelinhalt von 4m³ bis max. 6,9 m³ und wird vorzugsweise in Steinbrüchen eingesetzt. Angebtrieben wird diese Bau- maschine von einem Cummins NTA 855C335 mit 290 PS. Der Zweck und Nutzen einer solchen Baumaschine besteht lediglich darin den Abraum möglichst schnell, Kräfte und Personalschonend umzuschichten.

Das Bausatz...

...kommt von dem Kleinserien Hersteller KFS (Kit Form Services) aus England, ist im Maßstab 1:24 gehalten und aus Resin (Zwei-Komponenten-Gießharz) gefertigt. Weiter liegen dem Bausatz auch noch Fotogeätzte und in Weißmetall (Zinn) gefertigte Modellteile bei. Decals  (Nassschiebebilder) sind hier ebenfalls vorhanden. Vor dem Zusammenbau der Resin-Harz-Teile sollte man sich hier aber mit dem verkleben von solchen Materialien vertraut machen. In der Regel kann man kleinere Teile, so auch die Fotoätz und Weißmetall Teile, mit Sekundenkleber mit und untereinander verbinden. Für größere Flächenverklebungen von Resin sollte man sich den Zwei-Komponenten-Kleber von Pattex hier „Pattex Stabilit“ besorgen. Dieser wird in einem bestimmten Mischungsverhältnis  angemengt, daß auf der Verpackung angegeben ist. Weiterer Vorteil dieses Klebers ist, daß dieser Fugenfüllend ist und sich nach dem aushärten genauso verhält und zu bearbeiten ist wie Resin. Die Haftkraft ist hier Optimal und genau das was für den Zusammenbau eines solchen Bausatzes benötigt wird.

 

Vor dem Zusammenbau...

...begann ich erst mal die Teile von Angüssen und den ein oder anderen Formennähten zu säubern. Schnell war auch klar, daß die Bauteile eine sehr hohe Passgenauigkeit aufweisen. Dennoch detaillierte ich einige Teile nach. Hier begann ich mit dem Führerhaus. Zunächst baute ich Armaturenbrett und Sitz soweit zusammen, daß ich diese danach farblich gestalten konnte. An der Führerhauskabine Trennte ich dann die angegossenen Türen heraus und fertigte mit dazu die passenden Scharniere bzw. Bänder, wie das in der Fachsprache heisst. Für die Bänder der Türe verwendete ich dieses mal das Material einer Mayonnaisentube, die ich nach dem auftrennen erst mal gründlich gesäubert hatte. Als Zapfen diente hier ein 1mm dicker Blumendraht. Nach der Fertigstellung wurden dann die Türen mit diesen Bändern am Führerhaus eingepasst. Auch die Rückspiegel bekamen eine neue Halterung. Diese wurde hier aus 0,5 mm dicken Kupferblech nachgebildet und ebenfalls am Führerhaus angepasst. Auf der Innenseite des Führerhauses wurde noch Mittels 0,5 mm Material ein Anschlag für die Türe geschaffen. Für die Stoffoberfläche des Sitzes und der Türverkleidungen verwendete ich eine Lage eines Papiertaschentuches, daß ich mit Hilfe von „MICRO METAL FOIL ADHESIVE“ aus dem Hause „Microscale“ aufgebracht habe. Die Oberfläche wurde nach dem austrocknen mit Wasserfarben gestaltet, damit dann auch die Stoffähnliche Oberfläche erhalten bleibt. Der Rahmen und Vorderbau des Modells lässt sich dank der sehr guten Passgenauigkeit ohne weitere Probleme zusammensetzten. Leider sind bei den Felgen der innere Kranz nicht nachgebildet, so das ich auch diesen selber nachgebildet habe. Mit einem Kreisschneider schnitt ich die erforderlichen Ringe aus 0,5 mm Material aus und Klebte diese wie auf den Bildern zu sehen, Mittels Sekundenkleber auf die Innenseite der Felge. Da hier der Reifen später nicht mehr aufgebracht werden kann, wurde dieser bereits auf die Felge montiert und mit Abdeckband so abgeklebt, damit später die Felge lackiert werden kann. Aber auch der Reifen an sich sollte, um ein gebrauchtes Aussehen zu haben, weiter bearbeitet werden. Jedem Modellbauer blutet das Herz wenn ich hier beschreibe, wie ich dann den Reifen an sich gebraucht aussehen lassen will. Hier wurde an den Flanken bzw. Stollen mit einem Messer einige Gummiteile förmlich heraus gebrochen. Auch kann man, wenn vorhanden, an einer Tellerschleife die äußeren Kanten soweit bearbeiten, daß diese abgefahren und abgenutzt aussehen. Gleiches erreicht man mit einer groben Holzfeile, die man unregelmäßig mit sanfter Gewalt über die Kanten streift, so das hier dann der Eindruck von ausgerissenen Gummimaterial entsteht. Genauso wie am Original der Reifen dann über scharfkantiges Geröll gefahren ist und sich eben dabei dann diese Abnutzungsspuren zugezogen hat.

 

Den Rahmen...

...baute ich wie in der Bauanleitung beschrieben zusammen. Dieser wurde dann zunächst mit einer Rostfarbenen Grundierung versehen da sich am unteren Teil des Rahmens auch einige Lackabsplitterungen und Abschürfungen, eben durch Bauschutt und belade Vorgänge befinden, die ich später auch heraus arbeiten wollte. Bevor hier nun die entgültige Farbe aufgetragen wird, begann ich zuerst mit dem Auftrag von Color Stopp das ist eine Flüssigkeit, die nach dem Auftrag gummiartig austrocknet und sich später rückstandslos wieder entfernen lässt und überlackiert werden kann. Der Effekt von abgeplatzten oder abgeschürften Lack entsteht dann beim abziehen des „Color Stopps“ Aber auch der oberflächige Dreck sollte hier nachgebildet werden. Hier wurde Ölfarbe aus dem Künstlerbedarf in dem Farbton Umbra gebrannt verwendet, der Mittels eines Pinsels vollflächig aufgetragen wurde und danach mit einem Papiertaschentuch den Überschuss wieder abgewischt wird, so das  die Ölfarbe in Ecken, Kanten und Ritzen zurückbleibt und somit eine Oberflächige Verschmutzung darstellt. Hier kann man den Effekt noch verstärken in dem man Farbpigmente oder Künstlerkreide direkt nach dem Auftrag der Ölfarbe auftupft und somit dann Schmutzanhaftungen wie z.b. Erde nachempfinden lässt.

 

Weitere Detailirrungen...

...wurden mit mittels 800er Nassschleifpapier herausgearbeitet. Hier waren es die Antirutschmatten oberhalb des Fahrzeuges, damit der Arbeiter bei Nässe oder Verschmutzung auf dem Fahrzeug nicht ausrutscht. Aber auch die Kotflügel vorne erhielten hier einen zusätzlichen Schmutzfänger. Hier wurde ebenfalls wieder mit einem Papiertaschentuch gearbeitet das beidseitig in Matt-schwarz gestrichen wurde. An den Kotflügeln wurden noch ein Winkelprofil für die Befestigung des Schmutzfängers angebracht und nach Zuschnitt des farblich gestalteten Papiertaschentuches, konnte dies dann an dem Kotflügel angebracht werden. Und auch die Schaufel wurde dem Original entsprechend farblich gestaltet. Hier wurden gleich mehrere Schichten Farbe aufgetragen. Zuerst einen Rostfarbton, dann einen Metallfarbton und im oberen Teil der Schaufel einen Weiß-Matt und wiederum ein Seidenmatt Schwarz wobei dieser Farbton dann so aufgetragen werden sollte dass das Weiß-Matt dann immer noch ein wenig durchscheint. Nach guten durchtrocknen, wird hier dann Mittel Stahlwolle die Schaufel soweit bearbeitet, daß man den Eindruck erhält, daß der Dreck, den Lackauftrag an der Schaufel bis aufs blanke Metall abgerieben und abgeschürft hat.

Detail-Fehler

Leider hat der Bausatz auch einen Detail-Fehler. Hier ist es die Kinematik die die Schaufel nicht vorbildgerecht kippen lässt. Hier wurde an meinem Modell die komplette Kinematik neu aufgebaut und die Drehpunke so verschoben, daß sich bei einer Belade-Szene dann die Schaufel auch vorbildgerecht kippen lässt und der Abraum in der Schaufel dann auch heraus fallen kann was mit den Teilen aus dem Bausatz nicht der Fall gewesen wäre.

Fazit...

...des ganzen ist, daß auch hier ein sehr schöner Modellbausatz einer nicht alltäglichen Baumaschine auf dem Markt ist und so manchen Baumaschinen-Liebhaber in Verzückung setzen lässt. Darüber hinaus sind alle Teile sehr passgenau. Die Angüsse sind so gewählt, daß man diese bei Fertigstellung gar nicht sieht, oder mit sehr wenig Nacharbeit zu entfernen sind. Zugegeben, spricht dieser Bausatz mit seinen 195 englischen Pfund, was umgerechnet ca. 286,00€ sind, nicht jeden Geldbeutel an. Dennoch sollte man diesem Bausatz eine gewisse Beachtung schenken. Es sollte allerdings auch etwas Erfahrung mit dem Umgang von Resin-Bausätzen mitgebracht werden, alleine schon was das Verkleben der Teile untereinander betrifft.  Ein Nachdetaillieren dieses Bausatzes ist auch hier uneingeschränkt möglich. So ist es z.b ohne weiteres möglich, hier auch noch eine Motornachbildung einzufügen. Diese Art der Baumaschine findet man hier bei uns dann doch nicht an jeder Ecke oder Baustelle, darum rundet dann die Suche im Internet nach Original Vorbildern den Bau noch ab. Unter dem Suchbegriff Michigan L190  wird man schnell fündig und kann so den Bau des Modells noch verfeinern

  23. Modellbau Ausstellung

 

„ON THE ROAD“

 

Vom 10.03.-11.03.2018

 

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2. Steirische Modell-

Bautage

07. & 08. April 2018

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