20 Fuß Übersee Container Italeri M 1:24

Baubeginn 30.01.2014

 

Container sind im Weltweiten Handel mit Waren kaum mehr weg zu Denken. Ob auf der Schiene, mit dem LKW oder mit dem Schiff, werden Güter und Waren aller Art Weltweit von A nach B Transportiert. Sie sind Stapelbar Robust und schützen das Transportgut vor Wind und Wetter.  und müssen so einiges aushalten. Dies ist äußerlich dann auch sichtbar. Mit verblüffend einfachen Mitteln, Handgriffen und  Kniffen, zeige ich euch hier schritt für schritt, wie so etwas gemacht werden kann.

 

Originale Vorbilder/ Bilder aus dem Internet

 

Modelle zusammen Bauen ist das eine, diese aber auch Farblich so zu gestalten, das bei geschickter Fotografie oder Betrachtung diese in Verschmutzung, Beschädigung und Verwitterung dem Original Vorbild standhalten können, das andere. Es hat schon seinen Reiz Modell Miniaturen zu Bauen und zu Gestalten. Je nachdem wie man es angeht, können die einfachsten Modelldarstellungen ganze Geschichten erzählen. Anhand eines Übersee Containers im Maßstab 1:24 von Italeri, möchten ich hier einen weg zeigen, wie man solch eine Gestaltung sinnvoll  vorbereitet und ausführt.

 

 

Das schließ Gestänge wurde etwas überarbeitet in dem die angegossenen Stangen entfernt und gegen passendes Rundmaterial ersetzt wurden. Die vorher abgetrennten Schließzapfen, wurden danach wieder auf dem Rundmaterial aufgebracht.

 

Vor dem Zusammenbau wurde eine Seitenwand bereits für die Darstellung einer extremen  Verbeulung vorbereitet. Hier kommt ein Industrie Handgebläse zum Einsatz da ein Haartrockner nicht die erforderliche Hitze entwickelt. Man benötigt weiterhin noch eine Dickere Alufolie die etwas zerknittert wird. Die Fläche die zu verformen ist wird nun partiell erhitzt und zerknitterte Alufolie unmittelbar auf die erhitze stelle aufgedrückt, dabei ist darauf zu achten das man das Bauteil etwas unterlegt um dann eine Verformung nach innen darzustellen. ACHTUNG! Kommt man mit den ungeschützten Fingern an die erhitze stelle könnte das Schmerzen oder gegebenenfalls eine leichte Verbrennung verursachen. Es Empfiehlt sich daher Handschuhe zu tragen. Das fertige Resultat sieht schon mal wie eine richtige Verbeulung aus und kann jederzeit wiederholt werden. Eine Verbeulung muss nicht immer unregelmäßig ausgeführt sein. Mit einem geraden Gegenstand können hier auch Lineare  Verbeulungen dargestellt werden.

 

 

 

Auch Rostlöcher haben im Modellbau ihren Reiz. Mit einem Kugelfräser wird hier das Material ausgedünnt. Das dabei entstehende Dünne Material, wird nach außen gedrückt. Das ausgefräste Material sieht von innen so aus. Auch wenn noch keine Farbe aufgebracht wurde kann man den „Rostfras“ schon sehr gut erkennen.

 

 

Eine Schließstange ist beim Stapeln verbogen worden. So ein Container ist ein Gebrauchsgegenstand und wird nur in nötigen fällen repariert. Ein Reparaturfall könnte auch der  Rostfraß an den Rahmenteilen sein. Hier ist es mit einem Metall Flicken, der von außen einfach aufgeschweißt wird, genüge getan.

 

 

Damit die nächsten Farbschichten die aufgetragen werden sollen auch richtig haften wird nun eine  Graue Grundierung mit der Airbrush aufgetragen. Hier habe ich Persönlich sehr gute Erfahrungen mit dem „Microfiller“ von Alclad 2 gemacht. Vor dem ersten Auftrag der Grundierung sollten die Teile alle entstaubt, entfettet sein. Auch unnötiges reiben an den Kunststoffteilen sollte vermieden werden da sich diese dann wieder Statisch aufladen und somit wieder den Staub anziehen. Ist das der fall, sollte mit einem Wasserbad diese Aufladung wieder verschwinden. Der Fertig Grundierte Container Modell wartet nun auf die nächste und zweite Farbschicht, hier einen Rost Farbton.

 

 

Es gibt sicher viele Rostfarbtöne von den verschiedensten Herstellern. Eigentlich ist es egal von welchen Hersteller dieser Farbton verwendet wird, wichtig ist nur das dieser eben einen Rostfarbenen Farbton hat. Auch hier empfiehlt es sich wieder die Airbrush zu verwenden da der Farbauftrag dann gleichmäßiger und homogener wird. So sollte es dann aussehen wenn alles Lackiert wurde und dem ganzen Zeit gegeben werden gut aus zu Trocknen. Auch die Verbeulung ist immer noch gut zu erkennen und wird später noch farblich und mit einer ab deck Technik hervorgehoben.

 

 

Mit Normalen Leitungswasser und Handelsüblichen Speisesalz lassen sich Interessante und verblüffende Rosteffekte am Modell darstellen. Der Wasserzerstäuber dient hier für den gleichmäßigen Auftrag für das Wasser und soll die Salzkristalle nach dem abtrocknen auf der Oberfläche halten. Rost Pickel und kleinere Rostflächen die durch den eigentlichen Farbauftrag durchgebrochen sind, können mit der „Salztechnik“ Hergestellt werden. Um hier bei dem einen oder anderen Leser jetzt keinen Unmut zu verbreiten, möchte ich an dieser Stelle sagen, dass ich diese Technik nicht selber entwickelt habe. Diese habe ich im Austausch mit anderen Modellbauern von denselben gezeigt bekommen und wende diese Technik hier an, ohne mir dies zu Eigen machen zu wollen. Ist die Oberfläche mit dem Wasserzerstäuber gleichmäßig benetzt, wird nun das Salz mit dem Salzstreuer ungleichmäßig und nach eigenen ermessen aufgebracht.

 

 

Um hier eine glaubwürdige Rostige Beschädigung darzustellen, kann man auch Flüssige abdecklacke verwenden, die man Rückstandlos wieder entfernen kann. Hier gibt es einige gute Produkte die leicht zu verarbeiten sind. Die Kunst im Umgang mit diesen Abdecklacken liegt darin diese dann so aufzutragen das die stelle die bearbeitet werden soll, möglichst realistisch damit benetzt wird. Dies kann man mit einem Pinsel, Zahnstocher, Schaumstoff Schwamm machen. Der Abdecklack sollte nun austrocknen bevor die nächste und Dritte Farbschicht aufgetragen wird.

 

 

Den Microfiller von Alclad2 gibt es auch in Weiß. Diese Farbschicht soll hier die Grundierung auf dem Rostfarbton später darstellen. Auch hier kommt wieder die Airbrush zum Einsatz. Der Auftrag sollte mehrmals übereinander gemacht werden wenn der erste Auftrag nicht direkt Deckt. Nun ist auch diese Farbschicht aufgetragen und das ganze sieht nun wie auf dem Bild zusehen aus.

 

 

Jetzt wird es etwas knifflig. Auch nach diesem Farbauftrag kommt wieder der Abdecklack zum Einsatz. Dieser sollte so aufgetragen werden das dieser nur an den Kanten des zuvor aufgetragenen Abdecklacks aufgetragen werden sollte. Unter der späteren Farbe sollte man dann jeweils abgeplatzt die Grundierung und den Rostfarbton erkennen können. Ich gebe zu, wenn man das zum ersten mal macht kostet es etwas Konzentration daher empfehle ich diese Techniken erst mal im kleinen nach zu machen, bevor man sich dann an größere Modell begibt. Hier bekommt man einen Eindruck wie dann diese schichten ausgeführt sein sollten damit sich später auch der gewünschte Effekt einstellt.

 

 

Mit der Vierten Farbschicht kommt nun der eigentliche Farbton zum Einsatz. Da es solche Container in den verschiedensten Farben gibt, kann sich hier jeder selber entscheiden was man letztendlich wählt. In diesem Beispiel verwendete ich von Tamiya die Farbe SKY XF-21. Deutlich kann man die Salzkristalle und die Abdecklacke erkennen die nach dem Trocknen der Farbe abgetragen werden kann. Noch etwas unförmig und wulstig stellt sich das Spritzbild dar. Dies ändert sich aber beim Abtragen der Abdeckschichten. Einige Konturen scheinen durch die vermeintlich Dicke Farbschichten nicht mehr sichtbar zu sein. Keine bange, das ändert sich.

 

 

Jetzt ist der Zeitpunkt wo die anfangs mühselig aufgetragenen Schichten wieder entfernt werden können. Hier kann man auch etwas beherzter ran gehen. Jetzt sind auch Deutlich die verschiedenen Farbschichten erkennbar. Hier kann man jetzt gut erkennen wie sich die einzelnen Lackschichten beim Anstoß verhalten haben oder eben unter der Farbschicht dann der Rost gefressen hat und die Lackschichten angehoben hat.

 

 

Nicht nur das an so einem Container der Rostfraß einfach mit einem Metallflicken zu Leibe gerückt wurde, auch das Farbliche ausbessern wurde mit einer annähernd ähnlichen Farbe überlackiert. Mit einem Ab deck Klebeband von Tesa (Professional) einen oder mehrere  „Flicken“ je nach eigener Vorstellung abgedeckt und mit einen Dunkleren Farbton einfach über Lackiert. Auch für diese Arbeit kommt wieder die Airbrush zum Einsatz. Nach dem Entfernen des Ab deck Klebe Bandes bekommt die Containerwand schon etwas mehr leben.

 

 

Das Verschlussgestänge und auch die Scharniere benötigen noch etwas Farblicher Nacharbeit. Man kann drüber  streite ob diese dann Aluminium Silber sein sollen oder nicht. Meiner Vorstellung nach bekommen solche Details die eben andersfarbig gestaltet sind mehr tiefe und kommen später im Fertigen Gesamt Bild viel besser zur Geltung. Alclad2 Farben werden in der Regel ausschließlich auf einer speziellen Grundierung Lackiert. Bei einem zurückliegenden Selbstversuch stellte ich fest dass das nicht immer notwendig ist und man auch in manchen Fällen, wie hier drauf verzichten kann. Zum zweiten Tragen die Farbpigmente auch nicht zu Dick auf so die feinen Details für den Betrachter erhalten bleiben. Jetzt folgt der nächste Arbeitsgang. Noch sieht diese Container Türe unnatürlich aus.

 

 

Mit Künstler Ölfarben mit dem Farbton „Umbra Gebrannt“ werden die Oberflächen nun mit der Ölfarbe vollflächig benetzt. Ich gebe zu, wenn man das zum ersten mal macht kostet das schon eine gewisse Überwindung. Man hat ein Bauteil akribisch Lackiert und soll es nun mit Ölfarbe einstreichen. So paradox es nun klingen mag, wischt man nun den Überschuss mit einem Papiertaschentuch wieder ab. Übrig bleibt ein Dunkler Film. Alles ist nun Dunkler und ist die Vorstufe zur Verschmutzung. An der rechten Fertig gestaltete Container Türe, kann man schon sehr gut sehen wie das Endergebnis aussehen wird. Im Direkten Vergleich mit der Linken Türe kann man das Ergebnis noch besser sehen.

 

 

Im folgenden Arbeitsschritt wird unter den Schließstangen, die Dicht an der Türe anliegen, eine leichte Schattenbildung mit Schwarzen Farbpigmenten gesetzt. Umbra Gebrannt, jetzt in Pulver Form, Dient hier später für Oberflächig anhaftender schmutz. Aufgetragen wird die Schattierung mit einem mittleren Pinsel. Hier ist dann drauf zu achten das man nicht zu viel in den Pinselhaaren aufnimmt. Sicher geht das auch mit der Airbrush. Hier ist aber die Gefahr dass man auch die Umgebung und andere Teile ein nebelt. Mit einem Pinsel kann man den Auftrag besser Dosieren. Spitzenlichter, sind die Lichter die sich auf den Kanten von Gegenständen Spiegeln und dem Betrachter vorgaukeln Silbrig glänzend zu erscheinen. Hier gibt es mittlerweile auch käufliche Produkte, dennoch muss man nicht immer auf solche Angebote zurückgreifen.  Von Pelikan gibt es eine Silbrige Wassermal Farbe mit der Nr. 221. Zerkleinert man diese zu einem Pulver kann man damit genau denselben Effekt am Modell an bringen wie mit den Käuflichen Produkten. Mit einem weichen großen Pinsel nimmt man dann dieses Zerkleinerte Silber Pulver auf und streicht diese über die Konturen der Oberfläche. Auf diese Art und Weise erhält man dann auf den Kanten die Silbrigen stellen die dann das sogenannte „Spitzenlicht“ Imitieren. Hier man man deutlich sehen wie an den Erhabenen Stellen die Silber Pigmente haften geblieben sind und die Kanten deutlich hervorheben. Im Gegenzug kann man auf diesem Bild auch sehr schön die Schattenbildung unter der Schließstange sehen, die wir zuvor mit den Schwarzen Farbpigmenten und einem Mittleren Pinsel angebracht haben.

Nun wird stück für stück jede weitere Seite des Modells bearbeitet. Wieder mit einem Papiertaschentuch abgewischt sieht die Oberfläche so aus wie auf den Bildern zu sehen ist.

 

 

Um aufblühenden Rost ausschließlich mit Farbpigmenten darzustellen geht es in diesem Arbeitsschritt. Hier kommen ein Rostfarbton, Schwarz, Weiß und Umbra zum Einsatz. Um eine Haftung der Pigmente zu erzielen wurde hier der Matt Klarlack von Testor verwendet. Es kann auch jeder andere Mattlack benutzt werden, hier geht es lediglich darum das die Oberfläche nicht glänzt. Die Mischschalen stammen aus den Toffifee Verpackungen und eignen sich für diesen Zweck sehr gut. Mit einem Pinsel wird nun der Mattlack und gleichzeitig die Rost Farbpigmente auf die stellen aufgetragen wo man später den Blühenden Rost sehen möchte. Noch sehen die stellen zu hell aus und machen nicht den Eindruck dass es sich hier um Rost handelt. Nun werden die „zu“ hellen stellen mit den Schwarzen Farbpigmenten nachgedunkelt. Hier ist nun das Fingerspitzen Gefühl und auch die gute Beobachtungsgabe des Modellbauers gefragt wie Natürlicher Rost dann aussieht. Mit den weißen Farbpigmenten kann man die stellen wieder vorsichtig aufhellen. Mit Umbra ist es möglich Oberflächig anhaftenden Schmutz an zu bringen. Ein sei hier gesagt. Direkt von Anfang an gelingt es Natürlich nicht solche Effekte selber herzustellen. Auch ich musste erst mal üben. Hast man den dreh aber raus macht es umso mehr spaß wenn man das Endergebnis entstehen sieht. Jede Roststelle muss mit dem Pinsel und den Farbpigmenten ausgiebig bearbeitet werden. Die Geduld dabei zahlt sich am Ende aus, wenn die Betrachter des Modells aus dem stauen nicht mehr heraus kommen.

 

 

Der Fertig gestaltete Container. Hier haben Arbeiter noch irgendwelche Kennzeichnungen mit Kreide vorgenommen. Am Modell wurde diese Markierung mit einem weißen Buntmalstift gemacht. Die Metall Flicken, mit denen die Rostlöcher verschlossen wurden sind hier deutlich erkennbar. Um diese hervor zu heben wurde sie in einem etwas Dunkleren Grünfarbton gestaltet. Die Türen haben schon bessere Zeiten gesehen. Eine Stange des Schließgestänges wurde beim hektischen beladen eines anderen Containers touchiert und etwas verbogen. Es blieb hier aber keine Zeit dann diese Stange wieder zu richten. Auf der Linken Türen befinden sich im unteren Bereich weitere Handschriftliche Markierungen die bei irgendeinem Ladevorgang gemacht wurden.

 

 

Richtig zur Geltung kommt solch ein Modell erst auf einer Sockelplatte die hier extra  dafür angefertigt wurde. Auch die Pflanzenwelt findet an den unmöglichsten stellen ihren Platz. Auf der Oberseite des Containers sind ebenfalls einige Gebrauchsspuren sichtbar. Das Flickenwerk und die Beschädigungen sind ebenfalls deutlich zu erkennen. Mit den Handschriftlichen und individuellen Markierungen bekommt dieses Modell seine ganz Persönliche note.

 

Beendet am 02.02.2014

  23. Modellbau Ausstellung

 

„ON THE ROAD“

 

Vom 10.03.-11.03.2018

 

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2. Steirische Modell-

Bautage

07. & 08. April 2018

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