Revell BMW Isetta 250 M 1:16

Formenneuheit 2016

03.07.2016

Bild Quelle;

http://www.bmw-welt.com/de/event_forum/exciting_activities.html

 

Als ich am 2.7.2016 die noch warmen Finalshot teile von dem scheidenden Revell Produkt Manager Ulli Taubert bekam, war schon klar dass ich dieses Modell sofort an fangen musste. Revell setzt hier die 1:16er Maßstab Größe nach dem VW T1 Samba Bus fort und hat sich hier der bekannten BMW Isetta 250 al Vorbild angenommen.

 

Zunächst wurden erst mal die 88 Bauteile, aus denen der Bausatz besteht unter die Lupe genommen.  Mit dem Blick in die Bauanleitung wurde dann geschaut wie die Teile verbaut werden sollen. Da es sich hier um vor Serien Bauteile handelt ist z.b. der „Chromspritzling“ D noch nicht Verchromt. Hier wird eine Lackiertechnik angewendet die eine Chromähnliche Oberfläche wiedergibt.

 

Zudem kann man an den Bauteile vor dem Lackieren die sichtbaren Formennähte entfernen.

 

Anfangen wollte ich mit der Vorbereitung der Chromteile und stellte fest das am Spritzling C und H sich weitere Bauteile befinden die ebenfalls in Chrom oder zumindest in Chromsilber Lackiert werden sollten. Hier sind es die innenliegende Koffer- und Gepäck Reling und am Heck des Fahrzeugs der Koffer oder Gepäckträger. Aber auch an den beiden Bauteilen werde ich die Lackiertechnik vorziehen  und habe diese Teile dann so weit vorbereitet.

 

Hier ist Vorsicht geboten. Diese Bauteile sind sehr Filigran und zerbrechlich. Mit einer feinen Resin Säge, wie im Bild zu sehen lassen sich auch diese Bauteile ohne Beschädigung heraus trennen.

 

Aber auch das Säubern der Formennaht ist mit äußerster Vorsicht vorzunehmen. Ich habe hier mit Vorsichtigen schaben mit einem Scharfen Bastelmesser sehr gute Ergebnisse erzielt und die Teile werden nicht zu stark beansprucht das diese dann zerbrechen.

 

Schaut man sich nun die Karosserie genauer an und prüft den Sitz des Gepäckträgers am Heckt, stellt man fest das die Befestigungspunkte für den selben an der Karosserie angespritzt sind. Dies macht ein Lackieren sowohl der Karosserie als auch der Befestigung in Chrom doch recht schwierig. Die angespritzten Halterungen wurden entfernt und Baute eigens für den Gepäckträger neue Halterungen, die erst nach dem Lackieren an der Karosserie angebaut werden können und auch in Alclad Chrom Lackiert werden.

Sind die Halterungen gebaut wird noch mal der Sitz des Trägers geprüft und können nun in Alclad Chrom lackiert werden.

 

Als Grundfarbe für die Alclad Chrom Lackierung verwende ich hier die Schwarz Glanz EMAIL Farbe von Revell. Leider hat Revell die „Airbrush“ Gläser aus dem Programm genommen und man bekommt die EMAIL Farbe nur noch in den unpraktischen Blechnäpfen.

 

Dies ist die Alclad Chrom Farbe die ich hier verwende

 

Die Teile wurden nun mit der Revell EMAIL Farbe Schwarz Glanz Lackiert und mindestens 1 Tag Trocknen gelassen. Das Ergebnis sieht so aus.

 

Jetzt erst wird in sehr Dünnen Schichten und nicht Nass in Nass! Der Alclad Chrom mit der feinsten Düseneinstellung aufgetragen. Wenn man immer wieder Dünnen Schichten auf die Oberfläche sprüht, kann man sehr schön erkennen wie sich der Chromeffekt aufbaut,  ohne Formen Nähte… ;-) Ich finde das Ergebnis viel Authentischer und Original getreuer wie der Bausatz Chrom.

 

Die innenliegende Gepäck Reling….

 

 

Der außenliegende Kofferträger …

 

Und noch mal die anderen Chromteile wie z. b. Radkappen, Seitenspiegel, Lampenschirm mit Rahmen usw. ….

 

Weiter geht es mit dem Motor…

 

Viele Teile hat der Motor nicht und ist demnach auch schnell zusammengesetzt. Die Bauanleitung lässt hier keine Fragen offen ;-) Die beiden Motor hälften auf dem Bild unten, sind hier schon zusammengeklebt.

 

Die Farbliche Gestaltung mit Aluminium Silber und Matt schwarz ist auch schnell gemacht.

 

Auch wenn man nicht mehr viel vom Motor sieht bekommt dieser eine leichte Abnutzung und Schattierung. Diese wurde ausschließlich mit Schwarzen und Weißen Farbpigmenten, einem Pinsel und einen Schaumstoff Stück Hergestellt.

 

 

 

Mit dem Pinsel wird nun in Ecken, Fugen und Vertiefungen die Schwarzen Farbpigmente aufgetragen und leicht mit dem Pinsel aufgerieben. Das kann schon etwas großzügiger geschehen, aber auch nicht zu viel.

 

 

Nun kommt der Schaumstoff zum Einsatz. Mit diesem wird der Überschuss so abgerieben das in den Ecken, Fugen und Vertiefungen die Pigmente hängen bleiben. Hat man zu viel abgetragen oder ist einem das Ergebnis zu schwach wiederholt man mit einem Pinsel und dem abwischen mit dem Schaumstoff, die Prozedur.

 

Ich finde dass das Ergebnis überzeugt.

 

Der Bauanleitung folgend sind nun die Innenraum Teile dran und für den ersten Farbauftrag vorbereitet. Die Lackierregel besagt „ fange mit dem hellsten Farbton an und höre mit dem Dunkelsten Farbton auf“

 

Modell Lackierungen sind immer wieder ein Thema besonders wenn man eine Hochglanz Lackierung Herstellen möchte. Das fängt mit dem „Werkzeug“/ Spritzpistole an. Es muss nicht die Colani Designte Ergonomisch geformte Airbrush sein. Seit dem ich den Modellbau Betreibe verwende ich ausschließlich die „Revell Standart Class“

 

Diese hat eine außen Mischung und ist einfach zu Bedienen und für das Reinigen zu zerlegen. Zudem kann man den Düsenauslas durch Drehen an der Düsenkappe Variabel einstellen und ist nicht auf eine Düsengröße festgelegt. Für Glanzlack Farben sind Düsen Größen von 0,3 mm so gut wie ungeeignet.

 

Lediglich für sehr Dünnflüssige Farben wie z.b. Alclad Chrom, verwende ich eine Sprühpistole mit 0,3mm Düsen Größe.

 

Wie schon angedeutet muss im Innenraum der nach innen ausstehende Radkasten Lackiert werden. Hier in Weiß. Damit alle Farben auch gut Haften wird zunächst entstaubt und entfettet. Sehr gute Ergebnisse habe ich Persönlich mit Alclad „Withe Primer Microfiller gemacht. Dieser ist verarbeitungsfertig und füllt auch kleine Kratzer und riefen und kann nach dem Austrocknen nachgeschliffen werden.

Die Isetta soll hier ein Orange/ Weisen Farbauftrag bekommen. Hier wird nun als nächster Lackierschritt Weiß aufgetragen.

 

Am Anfang einer mehrfarben Lackierung steht das ab kleben. Macht man dies nicht sorgfältig oder hat man das falsche Ab deck Klebeband, gelingt kein scharfer Farb- Rand zur anderen Farbe. Hier habe ich mit dem Klebeband Precision von TESA sehr gute Erfahrungen gemacht. Dies ist von der Beschaffenheit und klebe Kraft so gut wie identisch mit dem Teuren Tamiya Klebeband. Dieses Klebeband bekommt man in jedem gut sortierten Baumarkt in der Malerabteilung in 30mm und 50 mm Breite.

 

An der Türe vorne wird das Horn abgeklebt. Ich vermeide hier mit dem Bastelmesser dann auf der Lackierten Fläche die Kontur nach zuschneiden da die Gefahr zu groß ist in die bereits lackierte Fläche zu schneiden. Das TESA Klebeband habe ich hier auf eine saubere Schneidmatte geklebt und dünne streifen mit dem Lineal runtergeschnitten und dann unter leichten Zug auf die Fläche im Bogen aufgeklebt. Ein weiterer Vorteil dieses Klebebandes ist das es sich auch dehnen und in Kurven aufbringen lässt.

 

Ist alles abgedeckt was nicht andersfarbig Lackiert werden soll werden noch mal alle Klebenähte geprüft.

 

Die zweite Farbschicht ist aufgebracht und abgetrocknet. Nun zeigt sich ob nichts unter das Klebeband gelaufen ist. Für mich auch immer wieder ein spannender Moment weil man hier dann schon sehr schön erkennen kann wie das Modell später Farblich wirkt.

 

Alles ist gut gegangen. Nun wird der Farbe noch etwas Zeit zum Austrocknen gegeben. Danach wird die erste Klar Glanz Lackschicht aufgetragen.

Während die Farblackierung noch etwas abtrocknet, wurde die Hinterachse, die Innenverkleidung und Sitz Farblich gestaltet und zusammengebaut.

 

Mit Stecknadelköpfen wurden die Nieten an der innenliegenden Tasche nach empfunden.

 

 

Die Bodengruppe wurde entgegen der Bauanleitung durchgehend Matt schwarz Lackiert und etwas verschmutz. Hier wurden dann der Motor, die Hinterachse und auch der Auspufftopf am Unterboden angebracht.

Nun wird auch das Innenleben auf den Unterboden aufgesetzt. Alles passt sehr genau zusammen.

Nun wurden die Karosserieteile für den Klarlackauftrag vorbereitet. Da ich Decals immer mit Klarlack überlackiere wurde an der Türe das BMW logo mit Schriftzug vor dem Lackauftrag aufgebracht. Sie Seitlichen Zierleisten wurden mit Bare Metal Foil belegt. Diese werden dann auch mit Klarlack Überlackiert und können sich später auch nicht mehr lösen. Das ist noch mal ein wenig Fummel Arbeit die man auch sorgfältig durchführen sollte.

Jetzt geht es ans Klarlacken. Hier verwende ich seit vielen Jahren erfolgreich den 2K Racing Clear Klarlack von Glasurit. Dieser ist leicht an zumischen (2:1) und Trocknet sehr schnell ab. Schon am nächsten Tag sind die Lackierten Teile bereits so Trocken das man diese anpacken und verarbeiten kann ohne das sich hier Fingerabdrücke einarbeiten. Nach 3-4 Tagen kann dieser sogar schon nach Poliert werden. Einen solch hohen Glanzgrad habe ich mit keinem Modell Lack hin bekommen.

 

Der Klarlack ist aufgetragen und die Teile Trocknen vor sich hin. Denke dass ich in ca. 5- 6 Std. diese bereits in die Hand nehmen kann.  

Weiter geht es am Fahrwerk bzw. mit den Felgen und Reifen. Dem Bausatz wird auf dem Decal bogen wie schon beim VW T1 Samba Bus Weiß wand Decals bei liegen. Diese werden auf dem Reifen aufgebracht. Eine bessere Haftwirkung kann man mit MICROSOL dem Weichmacher von MICROSCALE erzielen. Man sollte aber sehr Vorsichtig vorgehen da diese Decals auch sehr schnell reißen könnten.

 

Sind die Weiß wand Decals aufgebracht und getrocknet werden diese auf die Felgen geschoben und mit dem Achs pinn auf die Achse aufgeschoben. Dies konnte ich ohne Kleber machen da diese mit leichter Gewalt haben aufschieben lassen und auch ohne Kleber halten. Wie das später sein wird muss jeder für sich prüfen. Kommen noch die Radkappen drauf … Fertig ist auch dieses Detail.

 

 

Auch die innenliegende Koffer Reling ist eingebaut.

 

Um eine Schwarze Dichtung um das Fenster nachzubilden eignet sich ein Schwarzer Edding Filzstift, den man um die Kante der Fenster zieht. Danach wird das Fenster in die Karosserie eingesetzt.

 

Das Heckfenster hat eine Schwarz Matte Gummidichtung bekommen und kann nach dem Demaskieren auch eingesetzt werden.

 

Gleiches wird mit dem Fenster in der Türe vorne gemacht.

 

Ab und an kann ich meine Neugierde nicht zurückhalten und musste  nun auch die Karosserie endlich auf das Chassis zu setzten. Ich weis ja nicht wie es euch geht aber mir gefällt bereits jetzt was ich da sehe. Schnell auch noch mal die Türe eingesetzt.

 

 

Revell hat auch mit diesem Modell bewiesen das man mit wenig Teilen einen sehr schönen Bausatz machen kann bei dem es zudem nicht an der Detailtreue mangelt.

Weiter geht es mit der Tür Innenverkleidung und dem Lenkgestänge.

 

Damit die  Türe sich auch öffnen lässt ist die Lenkstange Beweglich an der Armaturenbrett Halterung eingesteckt und wird NICHT verklebt. Es könnte sein das die Öffnung in der das Kugelgelenk mit leichtem Druck eingesteckt wird verengt werden muss. Ich musste hier ein Stück evergreen Rundrohr mit dem außen Durchmesser von 3,2 mm einsetzten und das innere Vorsichtig mit einer Rundfeile soweit aufreiben das dann das Kugelgelenkt mit leichten Druck dort eingeschoben werden kann.

 

Die Lenkstange wird nun einfach durch das angegossen Rundrohstück von unten eingeschoben und wird hier auch NICHT eingeklebt. Diese Bewegungsfreiheit garantiert später das Öffnen der Türe da sich diese Teile dann dem jeweiligen Öffnungswinkel anpassen.

 

 

Nun wird noch die Innenverkleidung Farblich gestaltet. Der Rahmen wurde Weiß und die untere Verkleidung in Dunkel Grau.

 

Nach dem Trocknen wird dann das „Armaturenbrett“ mit der Lenkstange eingesetzt.

 

Auch das untere Lenkgetriebe mit dem Drehbaren Kreuzgelenk ist auch Montiert.

 

Jetzt wird die Türe ein gehangen. Erst am oberen Scharnier dann mit leichtem Druck am unteren Scharnier. Nun noch das Lenkrad auf die Lenkstange Montiert und dieses Detail ist auch so weit Fertig.

 

Jetzt werden auch die Stoßstange hinten …

 

… und vorne angebracht.

 

Bei diesem Bausatz hat man die Option das Dach geschlossen oder geöffnet darzustellen.

 

Ich habe mich für die offene Variante entschieden. Dabei habe ich das Dachgestänge durch einen Silberfarbenen Blumendraht ausgetauscht. Die enden wurde mittels einer Flachzange und Hammer Flach geklopft und so das Scharnier anzudeuten, das an dieser Stelle sitzt.

Das Ergebnis stellt mich zufrieden und nun wird das Dach teil Grau Lackiert. Nach dem Lackieren wird dann das nachgebildete Gestänge wieder eingesetzt.

Der Zusammenbau der Isetta ist soweit abgeschlossen und zum Ende kommt noch ein Markantes Detail. Dem Bausatz liegt hier auch ein kleiner Reise Koffer bei der hinten auf dem Koffer Träger als Blick fang seinen Platz findet. Ich hab mich jetzt nicht an die Farbvorschläge aus der Bauanleitung gehalten da ich zum einen diese Farben nicht im Regal hatte und zudem wollte ich den Koffer hier auch wieder etwas Individuell gestalten. Die Teile Bestehen aus zwei Hälften. Die Formen Nähte lassen sich mit Bastelmesser und Schleifpapier Problemlos entfernen. Der Griff und die Kofferschlösser sind aus einem Bauteil was der Detailtreue keinen Abbruch tut. Man sollte auch hier schauen das alles sauber verschliffen ist. Auf dem Koffer sind nochmals Gurte angegossen die ich hier für unnötig fand und wurden ersatzlos entfernt. Danach ging es schon ans Lackieren. Hier war ein Dunkelbraun und die Kofferecken ein helles Beige. Die Kofferschlösser wurden mit Alu Matt Lackiert.

 

Die im Bausatz bei liegenden „Haltegurte“ die den Koffer später auf dem Träger halten sollen gefielen mir nicht wirklich und stellte hier aus einem Schwarzen Leinen Klebeband zwei Gurte mit Gürtelschnalle her.

Aber irgendwas fehlte am Koffer noch…. Nach kurzer Überlegung fiel es mir ein. Hier mussten Reise Aufkleber her. Im Internet nach „Reise Aufkleber“ gesucht und auch direkt fündig geworden. Einige passende mit rechten Mausklick und Kopieren runter geladen und mittels eines Grafik Programms dementsprechend verkleinert und Ausgedruckt. Diese wurden dann randscharf mit einer Schere ausgeschnitten und mit Decal Liquid auf den Koffer aufgebracht.

Die Gurtschnallen entstanden wieder aus 0,8mm Blumendraht. Bekommt man in jedem Baumarkt in der Gartenabteilung. Hier wurden die Schnallen mittels einer Spitzen Flachzange gebogen. Am Modell wurden dann noch die Länge und die Lage der Löcher festgestellt und einem Locheisen ausgestanzt. Nun können die Gurte dann auch den „Reise Koffer“ auf dem Träger halten.

 

Damit ist auch dieses Detail abgeschlossen und der Zusammenbau hiermit beendet.

 

Zum Schluss Bilder des Fertigen Modells.

 

 

Fazit; Eigentlich interessieren mich solche Fahrzeuge nicht wirklich, da mein Interesse eigentlich bei den Nutzfahrzeugen und Schwertransporten liegt. Dennoch ist es eine Willkommende Abwechslung gewesen dann dieses Modell in einem so frühen Stadium bauen zu dürfen, weil es derzeit noch nicht im Handel erhältlich ist.

 

Hier sei aber gesagt dass der Bausatz sehr zu empfehlen ist. Die 88 Bauteile Garantieren von Anfang bis Ende richtigen Bastelspaß. Egal ob man das Modell dann in 2 Wochen oder einem halben Jahr zusammen Baut. Der Interessierte  Modellbauer wird hier auf jeden Fall seinen Spaß haben. Genügend Freiraum dann seine eigenen Ideen im Bau zu verwirklichen habe ich hier ja auch schon andeutungsweise gezeigt.

 

Zusammenbau Beendet am 17.07.2016

  23. Modellbau Ausstellung

 

„ON THE ROAD“

 

Vom 10.03.-11.03.2018

 

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2. Steirische Modell-

Bautage

07. & 08. April 2018

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